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24.08.2019

ALLIANZ FÜR HILDEN unterstützt Anwohner des Gerhart-Hauptmann-Hofes

ALLIANZ FÜR HILDEN unterstützt Anwohner und hat bei der Bürgermeisterin beantragt, einen Bebauungsplan für das Gelände aufzustellen, unter anderem mit dem Ziel, die vorhandenen Grünflächen zu erhalten und sie auf keinen Fall über den Status Quo hinaus zu verdichten. Außerdem sollten die betroffenen Straßen umgewidmet werden, so dass sie sich nicht mehr für eine Randbebauung qualifizieren. Stattdessen könne man sie zu Spiel- und Anliegerstraßen machen.

Siehe auch: https://rp-online.de/nrw/staedte/hilden/hilden-umstrittene-bauplaene-fuer-gerhart-hauptmann-hof_aid-45220339?fbclid=IwAR13FebiguyAbLmLJP8dxTGZ9MtZH9PpqobGaC-t3o4CCkMIqstrzYrMST8

Quelle: RP
Anwohner wollen „Bau-Irrsinn“ stoppen
Hilden: Umstrittene Baupläne für Gerhart-Hauptmann-Hof
Unterschriftensammlung der Anwohner gegen Bebauungspläne am Gerhart-Hauptmann-Hof: Gabi Paulus (l.) unterschreibt bei Kathrin Altenhofen. Links der Straße soll gebaut werden. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Hilden Am Gerhart-Hauptmann-Hof hat sich eine Interessengemeinschaft zum Erhalt der Grünflächen gebildet. Sie will eine Bebauung durch die Vonovia verhindern.

Von Peter Clement

Die Straßen im Wohngebiet Gerhart-Hauptmann-Hof im Hildener Süden sind klein und haben einen urigen Charakter. Die Müllabfuhr kann die engen Schleifen zwischen der Sankt-Konrad-Allee und der Richrather Straße zwar nicht befahren, auch passen keine zwei Autos nebeneinander – aber die gegenüberliegenden Grünflächen mit ihrem wertvollen Baumbestand – etwa 40 Laubbäume und mehrere Kiefern – machen für die Anwohner ein Großteil der Lebensqualität aus.

„Und genau die will man uns jetzt wegnehmen“, sagt Claudia Faßbender. Die junge Mutter ist eine von vielen Betroffenen, die zurzeit mit Argusaugen auf die Pläne der Wohnungsbaugesellschaft Vonovia blicken. Denn die, so kritisieren sie, wolle offensichtlich die Wiese hinter der St. Konrad Allee mit einem Abstand von je sechs Metern zum Häuserbestand bebauen. Die Baum-Oase wäre weg, stattdessen stünden zwei Häuser mit insgesamt zwölf Wohnungen künftig so nah gegenüber, „dass wir uns gegenseitig in die Fenster schauen können“. „Ein Irrsinn“, finden die Anwohner.

Hilden
Das regelt Paragraf 34 aus dem Baugesetzbuch

Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich „nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist.

Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben; das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden“.

Anfang der 50er-Jahre wurden auf den Innenseiten der Ringstraßen kleine Reihenhäuser gebaut. Sie dienten vor allem dazu, Vertriebene unterzubringen. Etwa zehn Jahre später verkaufte die Stadt die Häuser an die Bewohner. „Sie grenzen ohne Gehweg und teilweise ohne überhaupt eine Schutzzone an die schmale, etwas über drei Meter breite Ringstraße“, beschreiben die Hausbesitzer.

Gleichwohl scheint eine Bebauung durchaus möglich, denn eine bereits gestellte Anfrage der Vonovia könnte von der Stadt positiv beschieden werden – ohne Ratsbeschluss, einfach nach Paragraf 34 des Baugesetzbuchs als Randbebauung geltend gemacht.

Das wollen die Anwohner verhindern: Architekt Norbert Hansmann, dessen Tochter am Gerhart-Hauptmann-Hof wohnt, ist sich sicher, dass dem Gebaren von Stadt und Wohnungsbauunternehmen die rechtliche Grundlage fehlt. „Wir werden Klage einreichen“, kündigt er an. Eine Unterschriftenaktion bei den Nachbarn ergab innerhalb von drei Stunden mehr als 90 Unterstützer, die bereit waren, mit ihrem Namen zu zeichnen.

In der „Allianz für Hilden“ haben die Anwohner jetzt auch politische Mitstreiter gefunden. Claus Munsch und Friedhelm Burchartz bemängeln, bereits heute würden Teile der Ringstraße über Gebühr beansprucht, weil sie für den Durchgangsverkehr zu einer nach Süden liegenden Tiefgarage genutzt werden, ohne dass Gegenverkehr möglich sei oder Schutzzonen für Fußgänger bestünden. „Von Gehwegen reden wir erst gar nicht“, sagen sie.

Die Ringstraßen sind nicht beleuchtet. Die städtische Müllabfuhr kann sie nicht befahren. „Unsere Mülltonnen bringen wir auf der Fahrbahn zur Durchgangsstraße“, berichten die Nachbarn. Auch die städtische Straßenreinigung komme nicht durch. Immerhin werden auch keine Straßenreinigungs-Gebühren erhoben.

Für Claus Munsch ist damit klar: „Bei den Ringstraßen kann es sich nach heutigen Standards nicht um Straßen handeln, an denen auf der gegenüberliegenden Seite auch noch eine Randbebauung nach § 34 Baugesetzbuch zulässig wäre.“ Denn das würde „die Verkehrsdichte noch weiter erhöhen und die Lebensqualität für die Anwohner erheblich einschränken“.

Er hat inzwischen bei der Stadt beantragt, einen Bebauungsplan für das Gelände aufzustellen, unter anderem mit dem Ziel, „die vorhandenen Grünflächen zu erhalten und sie auf keinen Fall über den Status Quo hinaus zu verdichten“. Außerdem sollten die betroffenen Straßen umgewidmet werden, „so dass sie sich nicht mehr für eine Randbebauung qualifizieren“. Stattdessen könne man sie zu Spiel- und Anliegerstraßen machen.

Das dürfte den Anwohnern gefallen. Denn sie fürchten: „Kommt dieses Bauprojekt durch, werden wenig später die anderen Grünflächen im Gerhart-Hauptmann-Hof auch bebaut. Dann können wir unsere Kinder gar nicht mehr vor die Tür lassen.“



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